Die Zeit der Wirtschaftswunders, der Normalität und der Reiselust, man konnte sich noch mit kleinen Dingen abgeben.
Man hatte den Krieg gerade überstanden und wollte wieder etwas erreichen, Arbeitslose gab es nicht und es hätte sich damals keiner getraut auf Sozialhilfe zu bauen, jeder wollte seines eigenen Glückes Schmied sein, man krempelte die Ärmel hoch und arbeitete. Dazu gab es dann die Lebensfreude und es ging weiter, denn es gab ja noch nicht so viel was man schon hatte.
Man sparte für die Dinge, die man kaufen wollte und man fand immer eine Gelegenheit das Ersparte dann auch wieder auszugeben, sei es die Musiktruhe, das Kofferradio oder die neue Sitzgarnitur. Die Wirtschaft blühte dadurch und Arbeitsplätze wurden geschaffen, was wiederum Verdienst und Anschaffungen für Jedermann ermöglichte.
Man fuhr nach Italien oder Frankreich, in den Harz oder an die See, man zwängte sich in den VW Käfer oder in die Isetta und ganz hartgesottene Zeitgenossen fuhren auch im Messerschmidt Kabinenroller über die Alpen. Aus den Radios dudelte Peter Kraus und sein " Sugar, Sugar Baby " oder Caterina Valente sang melodisch das Lied der Reisegeneration " Komm ein bisschen mit nach Italien, komm ein bisschen mit ans blaue Meer ". Man musste lernen, was " Prego ", " Mille gracie " oder " Bambina " hieß, wie man die netten Signorinas in Italien damals so nannte. Die holde Damenwelt kleidete sich noch damenhaft im Kleid oder Rock und mit vielen Petticoats, den Unterröcken.
An den Füßen trug die Dame von Welt damals keine Springerstiefel oder klobigen Plateausohlen, sondern filigrane "Absatzschuh" und die ersten Blue Jeans bei den Teens, wie man damals die halbstarken, jungen Leute nannte, waren eine Kulturrevolution.
Überall sah man bei den Männern Haartollen, kunstvoll mit Pomade geformt und wenn der Herr von Welt ausging, so trug er noch Anzüge oder Buntfalten Hosen mit Oberhemd und Binder. Muskelhemden und zerlumpte Jeans wären damals ein Grund für einen Kurzbesuch im Gefängnis gewesen.
Elvis Presley oder Bill Haley waren Vorbild für die wilde Generation der Halbstarken und ihr Rock n Roll ließ die ganze Welt wilde Tänze veranstalten.
Wenn Konrad Adenauer oder Dwight D. Eisenhower den Menschen gegenübertraten, hatte man noch das Gefühl, das es Politiker gab, die sich um die Belange des Volkes kümmerten.
Man fuhr chromblitzende Autoboliden und wechselte sein Auto wenn man es finanziell konnte, jedes Jahr, denn das symbolisierte den Wohlstand, den Status.
Wer ein eigenes Haus und einen schönen Nierentisch hatte, war modisch, oder " in " wie man heute sagen würde, und wer wusste das " Thonet " eine Designer Schmiede war und eventuell auch noch Möbel dieser Firma im Haus hatte, war König. Jedermann träumte vom Fernweh, von Hawaii und der Südsee, von Afrika und seinen damaligen Kolonien, wie Belgisch Kongo oder Rhodesien, von Japan oder Bali. Man wollte diese Welt erkunden und wenn es auch nur im Film möglich war.
Kein Wunder das dann auch in den Filmen diese weit entfernten Regionen überall Platz der Handlung wurden. So gab es den " Tiger von Eschnapur ", in dem Paul Hubschmidt einen Helden spielte oder " Italienreise " mit Walter Giller. Romy Schneider spielte in " Scampolo " eine liebenswürdige junge Dame in Italien oder in " Mompti " des Paris der 50er Jahre mit Horst Buchholz, der gerade zuvor erst mit einem wilden Halbstarken Debut im gleichnamigen Film bekannt wurde.
Die Halbstarken, sie verkörperten damals eine ganze Institution, die rebellierende Jugend, die sich aus der klassischen Jugendrolle innerhalb der Familie entfernte und so die Weichen für alle nachfolgenden Generationen stellte. Man las den Knigge und beherzigte die Regeln des " guten Tons ", die Herren halfen den Damen in die Mäntel oder gingen neben den Damen der Straßenseite zugewandt, damit bei Regen kein Spritzwasser Frauen beschmutzen konnte.
In Gegenwart einer Dame rauchte man nur wenn man zuvor um Erlaubnis gebeten hatte und man hielt auch die Tür offen, wenn eine Dame einen Raum verlassen wollte.
Seife und Kosmetika verschenkte man nicht, außer einem gutem Parfum für die Angebetete, den Hut oder die Mütze nahm man ab, wenn man einen Raum betrat und die jungen Damen wurden noch würdevoll mit " Fräulein " betituliert, wohlwissend, das man damit auf den Liebreiz der Jugend und der Schönheit bei jungen Frauen hinweisen wollte.
Man könnte noch tagelang darüber berichten, über die Schönheit der Damenwelt oder die Leichtigkeit der Zeit, die schönen Möbel oder den herrlichen Kitsch, die fantastische Musik oder die damals noch gelebten Anstandsregeln, aber man kann die Zeit eben nur ein Stückchen zurückholen, nicht ganz.
Es war eben eine eigenwillige Epoche, die man heute oftmals nicht mehr nachvollziehen kann oder kennt, aber es ist unser Ziel, euch durch unsere Betätigung dies Zeit vor Augen zu führen und auch Interesse dafür zu wecken. Wenn ihr einmal Gefallen daran gefunden habt, wird es euch nie wieder loslassen... aber man möchte ja auch nicht mehr losgelassen werden, wenn man dann von Zeitreisen träumt und versucht die Zeit für sich selbst nachzuempfinden.
Taucht ein in die Nierentischepoche, schaut mal all unsere Bilder an, auf denen fantastische Exponate der 50er zu sehen sind und hört dabei die Musik, wenn ihr Lautsprecher am Computer habt....... wusstet ihr eigentlich das es damals auch schon Computer oder Rechner gab ? Allerdings waren sie so groß wie ein ganzes Zimmer und füllten eine Raum aus. Na, ja, wir werden uns bestimmt noch öfter sprechen, wenn ihr versteht, was uns so mit dieser Zeit verbindet, diese magische Anziehungskraft, die wir euch und uns gerne so lange wie möglich erhalten wollen. Im Übrigen schaut euch mal an, was wir alles in dieser Richtung anbieten, mit dem entsprechenden Zeitbezug, und wenn ihr uns braucht, bitte gebt uns Bescheid.
Es grüßen euch die ganze Petticoat Belegschaft und natürlich auch der Peter... auf bald !!